Auch bei höherer Gewalt muss die Bahn zahlen

Auch bei höherer Gewalt muss die Bahn zahlen

27. September 2013

Neues Urteil des Europäischen Gerichtshofes stärkt die Rechte der Reisenden im Falle von Zugausfällen und -verspätungen wegen höherer Gewalt.

Eine Entschädigung fürs Zu-Spät-Kommen muss die Bahn schon seit einiger Zeit zahlen. So besagt das EU-Recht, dass bei einer Verspätung von ein bis zwei Stunden der Reisende mit einem Viertel des Fahrpreises entschädigt werden muss. Bei einer noch größeren zeitlichen Verzögerung sind sogar 50% des Ticket-Preises zurückzuzahlen.
Was aber, wenn gestreikt wird, Schienen kaputt sind, Unwetter wüten oder Hochwasser die Reise verzögert? Der Europäische Gerichtshof entschied, dass auch hier das Beförderungsunternehmen in der Pflicht steht. Der Reisende ist auch in diesen Fällen zu entschädigen.
In der Begründung heißt es, dass Bahnfahrten nicht mit Flug- oder Busreisen zu vergleichen wären. Dort bildet das Argument der höheren Gewalt tatsächlich ein Ausschlusskriterium für Entschädigungszahlungen. Im Gegensatz zu den Letztgenannten würden bei der Bahn solche Ereignisse regelmäßig eintreffen und könnten damit von vornherein einberechnet werden.
Für die Deutsche Bahn bedeutet dieses Urteil, dass sie ihre Bedingungen dahingehend ändern muss. Ein Ausschluss von Entschädigungszahlungen aufgrund von höherer Gewalt darf nicht mehr erfolgen.

Es sind noch keine Kommentare zu diesem Beitrag abgegeben worden.

Einen Kommentar schreiben


Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

 
Anzeige